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»Deutscher Werkzeug- und Formenbau unter Druck

Der deutsche Werkzeug- und Formenbau steht massiv unter Druck. Die mittelständisch geprägte Branche steht für die Herstellung qualitativ hochwertiger, produktionssicherer und innovativer Werkzeuge und verfügt weltweit über einen sehr guten Ruf. Die höheren Preise der Produkte konnten die deutschen Unternehmen bislang mit ihrem Qualitätsvorsprung rechtfertigen.

Inzwischen wird die internationale Konkurrenz stärker, auch bezüglich der Präzision der hergestellten Werkzeuge, der Komplexität und der innovativen Dienstleistungen. Die Automobilindustrie steckt in einer Transformationsphase und hat in den vergangenen Monaten einen bisher selten beobachteten Markteinbruch verursacht. Hinzu kommt, dass die wirtschaftliche Gesamtsituation derzeit herausfordernd ist. Die Umsatzrendite der Branche brach in den vergangenen Jahren von 9 auf 3 % ein.

Der ständige Entwicklungsdruck ist typisch für die Branche. Während in den vergangenen Jahren die Fertigungstechnologie, wie etwa die HSC-Bearbeitung, im Fokus stand, gilt es nun, dem Know-how-Verlust durch Generationenwechsel und dem zunehmenden Wettbewerbsdruck, z.B. aus China, durch bessere Datennutzung und Digitalisierung, bis hin zum Einsatz von KI, entgegenzuwirken.

Innovativ Agieren

Damit der deutsche Werkzeug- und Formenbau im internationalen Wettbewerbsumfeld mittelfristig bestehen kann, müssen sich die Hersteller ständig weiterentwickeln und aktuelle Trends frühzeitig etablieren. Differenzierungsmerkmale in Form von innovativen Produkt- und Dienstleistungen werden benötigt. Mit ganzheitlicher Digitalisierung und Vernetzung können Potenziale hinsichtlich Steigerung von Effizienz, Produktivität und Qualität realisiert werden. Die Integration von KI hilft beispielsweise, Werkzeugverschleißmuster rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Wartungsintervalle optimal zu planen. Neue Technologien, wie der Einsatz der Additiven Fertigung im Spritzgussbereich, kann Firmen zu Wettbewerbsvorteilen verhelfen.

Sich effizient Aufstellen

Beispiele für kurzfristig greifende Maßnahmen sind die Schaffung effizienter Prozesse zur Leistungserstellung, die Herstellung weniger und hochwertiger Werkzeuge bei hoher Produktqualität, eine höhere Kostentransparenz, die gezielte Aktivierung des Vertriebs, neue und mehr Dienstleistungen oder die enge Zusammenarbeit mit den Banken. Sie alle helfen, die Ertrags- und Liquiditätssituation zu verbessern.

Mitarbeiter können zudem durch Workshops qualifiziert werden. Unserer Erfahrung nach hilft die Verbesserung der abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette wesentlich, um sich effizienter aufzustellen. Aufgrund der demographischen Situation sollten Unternehmen gegen Verlust von Erfahrungswissen vorgehen, z.B. in dem sie Wissen in Datenbanken digitalisieren und Wissensmanagementsysteme aufbauen.