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»Insolvenz bedeutet immer häufiger Zerschlagung statt Fortführung

Die Chancen auf eine Fortführung insolventer Unternehmen sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken.

Nach einer Auswertung von FalkenSteg konnten 2020 noch 57,0 % der größeren insolventen Unternehmen über einen Insolvenzplan oder den Verkauf an einen Investor erhalten werden. Für das Antragsjahr 2025 lag die Rettungsquote nur noch bei 32,1 %.

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung in klassischen Mittelstandsbranchen. Im Maschinenbau lag die Rettungsquote 2025 bei 41,0 %, bei Metallwaren bei 29,9 % und in der Elektrotechnik bei 27,6 %.

Parallel dazu haben negative Verfahrensausgänge zugenommen. Im ersten Quartal 2025 erreichten Stilllegungen und Verfahren mit Masseunzulänglichkeit den höchsten Quartalswert seit Auswertungsbeginn im Jahr 2018.

Hinzu kommt eine geringere Investorenbereitschaft bei Distressed-Übernahmen. Käufer konzentrieren sich zunehmend auf attraktive Geschäftsbereiche, Standorte oder einzelne Vermögenswerte, statt den Gesamtbetrieb zu übernehmen.

Gleichzeitig stieg die durchschnittliche Verfahrensdauer von 151 Tagen im Jahr 2018 auf 200 Tage im Jahr 2025.

Die Entwicklung wird durch die insgesamt hohen Insolvenzzahlen zusätzlich verschärft. 2025 wurden in Deutschland 24.064 Unternehmensinsolvenzen registriert. Damit treffen mehr Insolvenzfälle auf deutlich niedrigere Rettungsquoten und längere Prozesse.

Für Unternehmen und Finanzierungspartner bedeutet das: Der Zeitpunkt des Handelns wird immer wichtiger. Werden operative, finanzielle und strategische Optionen frühzeitig geprüft, bestehen deutlich größere Chancen, eine tragfähige Fortführungslösung vorzubereiten.